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Fliesenlexikon
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Feinsteinzeug
Seit 1980 gibt es erst Feinsteinzeugfliesen. Durch eine neue Technik, welche in Italien erfunden wurde, konnten die Eigenschaften der klassischen Steinzeugfliesen zusätzlich verbessert werden. Die neue Technik heißt Schnellbrand-Rollofen-Verfahren. Ultrafeines Mineralpulver mit hohen Anteilen aus Feld- und Flußspäten, Quarz und Flußmitteln wird unter hohem Druck trocken gepreßt. Danach werden die Rohlinge durch die feine Temperaturjustierung effektiver und dichter miteinander verschmolzen (gesintert), so das so gut wie keine offenen Poren mehr vorhanden sind, bzw. eine noch stärkere Verbindung zwischen dem Scherben und der Glasur hergestellt werden konnte. Die DIN EN 176 ? Gruppe B1 definiert die Mindestanforderung an Feinsteinzeug. Ein Mittelwert der Wasseraufnahme von max. 3 Gewichtsprozenten ist zulässig. Allerdings beträgt die Wasseraufnahme von Feinsteinzeugprodukten maximal 0,1% des Gewichtes, woraus die absolute Frostsicherheit von Feinsteinzeugfliesen garantiert wird. Daher werden Feinsteinzeugfliesen auch gerne als gute und günstige Alternative zu Terassenplatten verlegt.

Aufgrund Ihrer dichten Gefügestruktur sind Fliesen aus Feinsteinzeug weitgehend fleckenunempfindlich und sehr reinigungsfreundlich. Durch Ihre äußerst hohe Festigkeit sind solche Fliesen extrem strapazierfähig und finden auch im gewerblichen Bereich Anwendung. Allerdings sollte im gewerblichen Bereich auf die besonderen Anforderungen bezüglich Trittsicherheit und Wasserverdrängung geachtet werden.

Feinsteinzeug wird nicht in Abriebgruppen eingeteilt, da es sich um ein durchgefärbtes Material handelt. Es besitzt keine Glasur und kann somit auch nicht abgerieben oder verschlissen werden. Auch bei Beschädigungen durch herabfallende Gegenstände können keine Farbunterschiede vorgefunden werden, da an den Stellen des abgeplatzten Materials diesselbe Farbe erscheint. Dies ist sehr vorteilhaft bei Kindern, wo häufig schon mal Sachen zu Boden fallen können.
Angeboten werden Feinsteinzeugfliesen glasiert und unglasiert, ebenso einfarbig oder Natursteinen nachempfunden wie auch mit polierten und kalibrierten Oberflächen.

Bei polierten Fliesen wird von der eigentlichen Fliese ca. 0,5 mm von der Oberfläche abgeschliffen. Dadurch erreicht man eine glatte Oberfläche mit dem tollen Glanz. Allerdings werden durch diesen Schleifvorgang Microkapilare geöffnet, in denen sich später Schmutz oder Flüssigkeiten etc. festsetzten können. Daher wird z. B. beim Einsatz von poliertem Feinsteinzeug empfohlen, die Fliese vor Ihrem ersten Gebrauch zu imprägnieren. Diese Imprägnierung geht mit der Zeit beim Wischvorgang verloren, so dass diese Imprägnierung jedes Jahr einmal aufgefrischt werden sollte.


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